Quelle: Landwirtschaftskammer OÖ
In wenigen Wochen ist es soweit und ein hoffentlich ertragreicher erster Schnitt kann eingefahren werden. Die Zeit die bis dahin noch bleibt sollte genutzt werden um den Wartungszustand der Grünlandtechnik zu überprüfen. Eigentlich Kleinigkeiten - bei konsequenter Umsetzung ist dieser Zeitaufwand aber in vielerlei Hinsicht sehr gut investiert!
Raygras, Knaulgras und Co. wollen geschnitten werden
Ein Nachteil moderner, rotierender Mähtechnik ist, dass stumpfe Messer mit ausreichend Leistung an der Zapfwelle ausgeglichen werden können. Aber nur vermeintlich, denn sauber geschnitten wird nur mit guter Messerschärfe. Und diesen sauberen, glatten Schnitt brauchen die Gräser für den raschen Wundverschluss und den Wiederaustrieb. Ein angenehmer Nebeneffekt, der sich sowohl finanziell als auch im Hinblick auf die Emissionen sofort auswirkt, ist der geringere Treibstoffverbrauch. Mit guter Schneide mäht es sich einfach leichter! In Zeiten hoher Energiepreise und des Klimawandels ein weiteres gewichtiges Argument für scharfe Messer.
Warum ist eine angepasste Schnitthöhe so entscheidend?
Die Futtergräser speichern die Reservestoffe in der Halmbasis. Wird zu tief gemäht, werden sowohl die "Speicherorgane“ geschädigt, als auch die dringend notwendige Restassimilationsfläche. Diese brauchen die Pflanzen nach einem Schnitt ganz dringend um sofort wieder mit der Photosynthese und erneuten Massebildung fortzufahren. Wird sie mitgeerntet verzögert sich der Nachwuchs erheblich. Zusätzlich leidet die Futterqualität aufgrund des erhöhten Rohfaseranteils an der Halmbasis.
Ausreichend Schnitthöhe und sauberer Schnitt © Landwirtschaftskammer Oberösterreich/Fritscher
Bei einer im Bestand gemessen Schnitthöhe von rund 8 cm bleiben sowohl die Reservestoffe als auch genügend Restassimilationsfläche erhalten. Dann erfolgt auch ein rascher Wiederaustrieb.
Besonders wichtig in trockenen Jahren
Die vergangenen Jahre 2021 und 2020 waren vielerorts gekennzeichnet von ausreichend Niederschlägen. Zwei Erholungsjahre für viele Grünlandflächen die von den vorangegangenen Trockenjahren stark gezeichnet waren. Gerade in trockenen Jahren ist es umso wichtiger, die einfachen Dinge wie Schnitthöhe und Messerschärfe konsequent umzusetzen.
Das Ergebnis von zu tiefem Schnitt und Trockenheit © Landwirtschaftskammer Oberösterreich/Fritscher
Diese Bilder sprechen eigentlich für sich selbst. Das Ergebnis von nicht ausreichender Schnitthöhe in Kombination mit einer Trockenperiode - die Gräser stellen das Wachstum ein und übrig bleiben ein paar wenige Kräuter. Selbst wenn sich solche Flächen nach ausreichend Niederschlag wieder regenerieren bleibt eine nachhaltige Schädigung des Grünlandbestandes zurück.
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