Dieses Wochenende -10% auf das gesamte Einkochen & Haltbarmachen Sortiment!

FAIE's "Bauernhof G'schicht'n" Brauerei Kaltenböck

Im Zuge der „Bauernhof G’schicht’n“ war FAIE bei Herrn Mag. Kaltenböck am Attersee, OÖ, und durfte seine Brauerei, Mostschenke und das gemütliche „Genusszentrum Hoangarten“ ansehen.

Das ganzheitliche Konzept vereint eine Landwirtschaft (unter anderem mit Mutterkuhhaltung mit Pinzgauern, Schafen, ein paar Schweinen und Geflügel), die Brauerei und eine Mostschenke, in der man die selbsterzeugten Produkte vor Ort verkosten kann.

FAIE: Ist der Hof immer schon so geführt worden, wie jetzt? Stand das Konzept immer schon fest oder wurde der Hof im Laufe der Zeit verändert?

Herr Kaltenböck: Der Hof ist immer schon im Nebenerwerb geführt worden. Mein Vater hat den Hof gekauft, weil ursprünglich wollten wir nach Paraguay auswandern, da hat dann aber seine Frau gemeint, die Ausbildung für die Kinder sei nicht so gut. So hat er also den Hof auf Leibrente gekauft (der Hof wurde zuvor von einem Milchviehbetrieb in der Nähe gepachtet). Er wollte immer was Eigenes. Bei den Vorbesitzern ist auch immer Einer arbeiten gegangen und die hatten auch mit Tourismus was am Hut, die haben auch Zimmer vermietet. Tiere wurden hier schon lang nicht mehr gehalten, außer ein paar Hennen. Dann ist es also drum gegangen, was kann man damit machen? Ein bisschen ein Einkommen sollte es ja bringen und mein Vater hat dann die Mostschenke gegründet, weil er immer schon Most gemacht hat. Und Streuobstwiesen sind genug da!  Mein Bruder hat Brauerei- und Getränketechnologie studiert und ich habe auch Lebensmitteltechnologie, also Produkt- und Projektmanagement mit Lebensmittelschwerpunkt gemacht. Wir haben immer schon im kleinen Rahmen Bier gebraut und dann haben wir gesagt, das ist eine super Ergänzung zur Mostschenke. Und 2009 habe ich dann den Hof übernommen.

Dann haben wir uns gefragt, was machen wir damit. Es soll Spaß machen und es sollte ein Zubrot nebenbei sein. Wir haben also beschlossen Getreide anzubauen, dann könnten wir es für die Brauerei verwenden und den Sauen verfüttern. Die liefern dann das Gselchte für die Mostschenke. Und so hat man ein ganzheitliches Konzept.

Wir hatten vorher Aberdeen Angus, also kleinwüchsige Rinder. Durch das, das die Tiere aber den ganzen Sommer draußen sind, verwildern die ziemlich, und so haben wir uns für Pinzgauer entschieden. Das ist eine alte Nutztierrasse, einerseits also um die alten Rassen wieder aufleben zu lassen und andererseits weil die sehr handzahm sind. Ursprünglich kommt das aus einem Dreinutzungsrind heraus was auch als Zugrind verwendet wurde und diese Vertrautheit, die hat er heute noch. Da kann man auch unterm Jahr hingehen und sie anhängen zum Beispiel, die rennen einen nicht über den Haufen.

FAIE: Also auch wenn sie robust gehalten werden?

Herr Kaltenböck: Ja, das ist der Vorteil. Sie halten auch Temperaturschwankungen irrsinnig gut aus und auch Hitze. Das was das Angus nicht so gut aushält, die Hitze, da liegt das Pinzgauer in der Sonne, das ist kein Problem.

FAIE: Was hat sie bewogen, gerade eine seltene Nutztierrasse zu halten?

Herr Kaltenböck: Diese Rassen haben sich nicht umsonst hier in dieser Gegend durchgesetzt. Da hat sich ein Genpool etabliert. Die Angus sind zwar super, aber die halten auch unsere fetten Wiesen nicht aus. Die verfetten und nehmen auch nicht mehr gut auf. Das ist also einfach der richtige Genpool für die richtige Gegend.  Hat also praktische und ästhetische Gründe, das sind ja sehr schöne Kühe. (lacht)

FAIE: Sind Sie in einem Generhaltungsprogramm?

Herr Kaltenböck: Ja, wir sind natürlich beim Zuchtverband dabei und sind daher Gen-Erhalter seltener Nutztierrassen. Und für das kriegt man eine Förderung.

FAIE: Warum Mutterkuhhaltung?

Herr Kaltenböck: Es gibt viele Milchbauern die mit Red Friesian dazu auch gute Milchleistungen erfüllen, aber das geht bei uns nicht. Ich gehe arbeiten und meine Frau geht nach den Kindern auch wieder arbeiten. Es muss also was sein, was leicht zu halten ist, daher Mutterkuh. Im Winter sind sie im Stall, da muss man in der Früh und am Abend in den Stall und im Sommer muss nur Strom und Wasser kontrolliert werden zwei Mal täglich. Und etwas Gras dazu stecken.

Aber für die Milch machen wir es nicht, das zahlt sich nicht aus. Fleischverkauf und auch Generhaltung und Verkauf von Tieren an den Zuchtverband.

FAIE: Was sagen Sie zur Momentanen Lage in der Landwirtschaft?

Herr Kaltenböck: Die Bevölkerung entwickelt sich schon in die Richtung, dass sie bereit ist für ein gutes Produkt einen gewissen Preis zu zahlen. Aber der Großteil der Konsumenten hat auch keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft und kauft meist billig ein und belohnt sich ab und zu mit hochwertigen Produkten. Aber die Grundversorgung basiert auf billigst produzierten Lebensmitteln. Und da können wir etwas gegensteuern, wir erhalten unsere Gewinnspanne indem wir direkt bei uns in der Mostschenke unsere Produkte verkaufen. Landwirt sein ist ein beinhartes Geschäft, man ist Betriebswirt, und es hat nichts mehr mit diesem idealisierten Bild auf den Milchpackungen zu tun.

FAIE: Und damit haben Sie Erfolg. Regionalität ist den Menschen ja sehr wichtig, wichtiger noch als Bio!

Herr Kaltenböck: Gott sei Dank! Ich will nichts gegen Bio sagen, mein Vater war Vorreiter der Biobewegung in OÖ, aber wir sind konventionell, weil ich gesagt habe, es zahlt sich nicht aus, weil ich so viele verschiedene Sachen mache, auch mit Zukauf von Malz zum Beispiel. Das würde sich nicht oder nur schwer unter einen Hut bringen lassen. Ich bin ein Verfechter von guten Produkten, guter landwirtschaftlicher Praxis und ein Bauer der sein Land liebt wird nie übertrieben Gift spritzen.

Und die Leute lernen es schon langsam wertzuschätzen, dass man direkt beim Landwirt hochwertige Produkte erhält.

FAIE: Haben Sie Tipps oder Lebensweisheiten an andere Bauern?

Herr Kaltenböck: Für uns ist Bauer-Sein eine schöne Sache, wir sind aber auch nicht davon abhängig. Es wäre allerdings möglich haupterwerblich davon zu leben, eben durch diese Diversifizierung!

FAIE: Sind Sie zufrieden?

Herr Kaltenböck: Wir machen das mit Freude. Es ist ein Idealismus und man muss sich die Freude am „Viehcherhalten“ nicht nehmen lassen von manchmal schwierigen Bedingungen. Ich habe einen stressigen Bürojob und wenn ich Heim komme, in den Stall gehe und eine Kuh schleckt mich ab, ist alles wie weggewaschen.

 

Mehr Infos finden Sie unter hoangarten.at

 

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

10 € Rabatt
Jetzt kostenlos und unverbindlich für den FAIE-Newsletter anmelden und 10 EUR Gutschein sichern!
×